Wie angekündigt habe ich die Besucher der Fairtrade- School aus Berlin einen Tag lang begleitet. Los geht es mit einer Actionbound Rallye durch Ahlen. Selbst ich als Ahlenerin konnte hier noch richtig was lernen! 🙂 …

Dienstag, 15.08.2017. Zwei Stunden lang warte ich gespannt am Bahnhof. Eigentlich sollten sie doch schon längst hier sein, denke ich mir. Was da wohl los ist. Um 12:30 Uhr ist es dann so weit. Der Bus kommt. Die 19 Schüler und Schülerinnen der Gustav-Langenscheidt Schule haben verschlafen… Nichts desto trotz soll das Programm planmäßig ablaufen. Wir gehen zur Schuhfabrik. Auf dem Weg nutze ich die Zeit und unterhalte mich mit den Jugendlichen. Sie alle stammen aus verschiedenen Ländern und sprechen verschiedene Sprachen. Die einen sind schon seit 12 Jahren in Deutschland, die Anderen erst seit 8 Monaten. ,,Ich bin aus Syrien geflohen und habe dann in Heim gewohnt mit 800 Menschen in Berlin”, erzählt mir ein Mädchen wortwörtlich. An der Schuhfabrik angekommen werden die Handys gezückt. Noch scheinen die Jugendlichen ziemlich müde und fertig vom gestrigen Tag, doch das soll sich jetzt ändern. Einer pro Gruppe installiert sich auf seinem Smartphone die Actionbound-App und wählt die Ahlener Route aus.

Dann kann es auch schon los gehen. Während sich eine Gruppe alleine auf den Weg macht, zwei in Begleitung eines Lehrers und eine mit einer anderen Ahlenerin, schließe ich mich der Mädchengruppe an. Sie kommen aus dem Irak, aus Syrien, Afghanistan und der Türkei. Zwei von ihnen sind Schwestern. Sprachlich können sie ziemlich variieren. Deutsch sprechen sie untereinander, ihre Muttersprachen sind persisch oder afghanisch, in der Schule haben sie Englisch gelernt und einige von ihnen sprechen sogar in Französisch miteinander. Von so viel Sprachwissen bin ich beeindruckt, andererseits sehe ich ihnen aber auch an, dass sie sehr zwischen den Stühlen stehen. Hin und her gerissen zwischen ihrer Heimat und Deutschland, zwischen Deutsch und Muttersprache, zwischen Anpassung und Auswanderung. Die erste Aufgabe ist es das Wandbild mit zwei fliegenden Aalen zu finden. Die Mädchen sind zwar etwas schüchtern, doch wollen sie auch gewinnen und machen sich dementsprechend zügig auf den Weg. Das Bild ist schnell gefunden und die Fragen schnell beantwortet, dann folgt der nächste Auftrag. Es geht zum Haus mit der Nummer 13 bei Intersport. Hier liegen beschriftete Pflastersteine mit den Namen der Familie Moszkowicz, eine jüdische Familie, die im Nationalsozialismus ums Leben kam.

Imo Moszkowicz überlebte die Zeit in Ausschwitz und startete kurz darauf seine Karriere als Regisseur und Schauspieler. An dieser Station hat man bemerkt, dass die Geschichte auch Nicht-Ahlenern nahe geht. Die Rallye ist fast vorbei, da werden wir noch von einer Gruppe überholt. Ein Wettrennen beginnt, das am Kunstmuseum endet. Die letzte Frage entscheidet. Wir geben unsere Antwort ein. Luft anhalten… +2 Punkte! Das kleinste Gruppenmitglied fällt mir völlig unerwartet in die Arme. Wir sind zwar nicht Erster, doch der Dritte Platz ist vollkommen ausreichend!

Als Belohnung gibt es eine Kugel Eis für jeden. Danach machen wir uns gut gekühlt auf den Weg zum Schöneberger Platz. Wer ihn bis jetzt nicht kannte, genau wie ich, der Schöneberger Platz befindet sich am Anfang der Fußgängerzone auf der Höhe von C&A 🙂 Du möchtest wissen, wie der Tag so weiter geht und/ oder warum Armin Laschet uns keine Schokolade brachte? Dann klicke direkt weiter zum nächsten Artikel: Es geht auch ohne Bratwurst! – Berliner on Tour →