Unter dem Motto „GrenzWERTE – Umgang mit der neuen Normalität“ stellte sich das Bürgerzentrum Schuhfabrik auf seiner 20. Jahrestagung neuen Herausforderungen. Angepasst an die aktuelle Pandemie-Situation fand dieser feste Bestandteil der Arbeit des gemeinnützigen Vereins „Initiative Bürgerzentrum Schuhfabrik e.V.“ zum ersten Mal ausschließlich Online statt. Mit 21 Teilnehmenden aus den Bereichen ehrenamtlicher Vorstand, Mitglieder des Vereins, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Geschäftsführung, Veranstaltungsplanung, Buchhaltung, Gastronomie, Jugendarbeit, Flüchtlingsberatung, Technik und Ehemaligen wurde drei Tage interaktiv gearbeitet.

Die Fortsetzung und der Abschluss im Sommer 2021 des Projekts „Willkommen im echten Leben – Digitalisierung und analoge Räume“ war ein Hauptthema der Jahrestagung. Wie sehr diese Thematik von der Realität eingeholt wurde, hätte sich Anfang des letzten Jahres noch niemand vorstellen können. Im Verlauf von 2020 ist die digitale Welt in fast jedem Haushalt und auch im öffentlichen Leben angekommen. Erinnert wurde an die Durchführung der „Digitalen Kneipe“ 2018, das „Science Fiction Festival“ 2019 und die Online Kultur-Livestreams 2020. Nun soll dem Projekt in der analogen Welt ein symbolisches Denkmal mit dem „Tisch der Begegnung“ gesetzt werden. Zusammen mit dem Online teilnehmendem Bildhauer Klaus Seliger wurde in der Ideenschmiede an kreativen Herangehensweisen gearbeitet.

Die weitere Planung im aktuellen dreijährigen Projekt „Dritte Orte“ wurde zum Thema Nachhaltigkeit zusammen mit dem Diplom Sozialwissenschaftler Davide Brocchi bearbeitet. Für Brocchi bedeutet dieser Begriff nicht nur einen Systemwechsel in der Ökologie, sondern in der gesamten Gesellschaft und der Wirtschaft mit massiven Auswirkungen auf das Zusammenleben und die Demokratie. Dabei beschreibt er den Weg vom Problem zur Lösung als Transformation. Will man die Menschen für neue Ideen begeistern, reicht es nicht Wissen und Informationen zu vermitteln, vielmehr muss an den Gefühlen angesetzt werden, damit eine Identifizierung stattfinden kann. Brocchi hat dafür u.a. den „Tag des guten Lebens“ zunächst in seiner Heimatstadt Köln und später in Berlin und auch in Wuppertal umgesetzt. Dabei soll ganz real im überschaubaren Nahbereich eine Vorstellung dazu entwickelt werde, wie künftig gemeinsam gelebt, gearbeitet und gewohnt werden soll. Das soziokulturelle Zentrum Schuhfabrik könnte ein wichtiger Brückenbauer und ein Reallabor der Transformation sein. Viele Anregungen von seinem inspirierenden Impulsvortrag werden in die weitere Projektarbeit einfließen. Dieser Prozess erfordert Kreativität, Lust sich auf Neues einzulassen und Wachheit miteinander.

Dass das Vereinsleben auch nach über 36 Jahren lebendig und vielfältig ist, beweist die hohe Zahl der interessierten Teilnehmenden, auch im Corona bedingten Online Tagungsrahmen. Durch diese interdisziplinäre Herangehensweise konnten vielfache Lernerfahrungen gemacht werden. Mit neu aufgeladener Energie, neuen Perspektiven, verbesserter Kommunikation, gemeinsamer Motivation und viel Engagement wird sich nun den kommenden Herausforderungen in 2021 gewidmet. Weitere Infos unter www.schuhfabrik-ahlen.de.