07. Juli. 2018 – Jugendliche haben keine Meinung, keine Ahnung und eigentlich auch keine Lust, sagen jedenfalls viele Erwachsene. Das Polit-Café im Städtischen Gymnasium hat am heutigen Freitagabend das Gegenteil bewiesen! Von Schülern für Schüler wurde das Projekt lange geplant, wie uns Vlady, der zusammen mit Zainab die Idee hatte, erzählt. Vier Monate, viele Treffen, viele E- Mails und ganz viel Stress später stand die Veranstaltung dann endlich. Mit der Band Yagut & Yuma startete man den Abend ganz gemütlich, bevor alle Politiker aufgerufen waren ihre Meinung zu Themen wie Chancengleichheit und Flüchtlingspolitik in 60-sekündigen Statements kundzutun. Schnell wurde klar, das ist gar nicht so einfach! Zum Vergleich: Jugendliche brauchen im Durchschnitt schon 62 Sekunden um ein Selfie zu machen. Die Politiker aus allen, im Bundestag vertretenen Parteien, konnten dennoch mit souveränen Statements überzeugen. Als besonders spannend erwiesen sich die verschiedenen Ansichten zum Thema Feminismus, die von Sexismus über Homophobie und Gleichstellung, bzw. Gleichberechtigung viele Dinge ansprachen.

Jugendliche zwischen 14 und 27 Jahren waren eingeladen teilzunehmen!

Entspannend war daher auch die nächste Musikeinlage, bevor sich die rund 25 Jugendlichen und Politiker zu jeweils einem von vier Tischen begaben, an denen sie zu verschiedenen Themen diskutieren konnten. Jeder Tisch hatte dabei einen eigenen Moderator, der unter anderem auch dafür sorgte, dass die Politiker nach jeweils 20 Minuten routieren, so dass sie sich nicht an ihrem Lieblingsthema festkrallen können. Nebenbei gab es Pizza und Freigetränke, so dass eine lockere Stimmung entstand. ,,Als besonders spannend fand ich zu sehen, wie unterschiedlich doch wir Jugendliche denken”, erzählte Amina Mosser, eine der teilnehmenden Jugendlichen, im Nachhinein.

Das Besondere an diesem Polit-Café ist, dass es nicht endet. Der Grund für die Eröffnung lag lau Zainab und Vlady darin, dass Jugendlichen oft vorgeworfen werden würde, sie hätten keine Meinung, in Wirklichkeit aber hätten sie keine Plattform um diese auszudrücken. Daher hat man sich entschlossen, der Veranstaltung kein Ende zu setzen. Jeder kann gehen wann er möchte. Dass dieses Konzept aufgeht, konnte man an den vielen Jugendlichen erkennen, die nach 21 Uhr, das heißt auch nach zwei Stunden voller Diskussionen, sich immer noch mit den Politikern an die Tische setzten und Klartext redeten. ,,Insgesamt war die Veranstaltung ein großer Erfolg”, wie Lisa Kalendruschat es schließlich auf den Punkt bringt. Wir freuen uns auf eine Wiederholung!