Am Dienstag, den 15. August. 2017 bekommt unsere Stadt Besuch von Berliner Schülern und Schülerinnen einer Fairtrade-School in Schöneberg, unserer Partnerstadt. Doch bevor ich euch davon berichten werde, möchte ich gerne klären, was es mit Fairtrade, Fairtrade- Schools, Fairtrade- Towns u.s.w überhaupt auf sich hat, wie Du fairer leben kannst und vorallem wieso man Fairtrade überhaupt braucht.

FAIRTRADE, zu deutsch fairer Handel, ist der neue Hype der Supermärkte! Rewe verkauft ihn, Lidl zieht mit, Aldi hat ihn im Sortiment und auch Netto (Edeka-Gruppe). Bio-Supermärkte setzen schon lange auf die Produkte, doch was steckt da wirklich hinter? Fangen wir doch zu erst einmal damit an, Fairtrade zu definieren. Fairtrade ist eigentlich nur eine Marke. Der faire Handel wird fair trade geschrieben. Ein Produkt ist fair trade, wenn sein Preis alle Kosten der Produktion abdeckt, sprich dass jeder Arbeiter einen guten Lohn an ihm verdienen kann. Da die Verbraucher natürlich nicht wissen können, wo der Preis bei jedem Produkt liegt und wie viel davon schlussendlich wirklich beim Arbeiter ankommt, gibt es das Siegel Fairtrade. Es wird auf alles fair gehandelte, meistens ist das Kaffee, Kakao, Bananen und Orangensaft, gedruckt. Es gibt aber auch fair gehandelten Couscous, fair gehandelte Textilien und sogar fairgehandelte Schnittblumen sowie Gold. Die Vielfalt ist enorm und das prägt nicht nur die Wirtschaft. Seit 2014 vermehren sich auch die Fairtrade- Schools, -Towns und -Universities. Doch was ist das? Und ist das wirklich notwendig? Ja!, sage ich. 6 Bananen kosten im Supermarkt 1,26€, was einen Stückpreis von 21ct macht. Von diesen 21ct mussbezahlt werden: die Reiferei, die Verpackung, der Transport mit Schiff und Lkw, der Großhändler, der Supermarkt und der Plantagenbesitzer möchte ja auch noch sein Geld machen. Dass da für einfache Arbeiter, die die kiloschweren Bananenstauden tragen, pflegen und abernten, die Bananen waschen und sortieren u.s.w, praktisch nichts mehr übrig bleibt ist klar. In einer 36 Stunden- Woche verdient ein Arbeiter auf der Plantage 11,52€. Zum Vergleich, ein Müllmann mit ähnlich schwerer Arbeit verdient in Deutschland bei gleicher Arbeitszeit im Durchschnitt rund 350€ Brutto. Durch Fairtrade bekommen die Fairtrade- Produktionen im Durchschnitt einen Zuschuss von 100.000€ pro Jahr, der reine Umsatz durch Fairtrade liegt in Milliardenhöhe. Dennoch ist Deutschland mit einer Ausgabe von rund 16€ pro Kopf für Fairtrade- Produkte im Jahr, noch weit hinter der Schweiz oder dem Vereinigten Königkreich. In der Schweiz ist der Pro-Kopf-Verbrauch an Fairtrade- Produkten viermal höher als bei uns. Um dies zu ändern gibt es Fairtrade- Einrichtungen, Schulen, Städte, Unis. Sie sind wie ein Werbeträger für fair trade. Erfüllt man die Kriterien, wie z.B bei einer Schule: Die Gründung eines Fairtrade-Schulteams, die Erstellung eines Fairtrade- Kompasses, das Verkaufen von Fairtrade- Produkten, das Behandeln des Themas im Unterricht und fünftens, das Veranstalten von mindestens einer Fairtrade- Aktion pro Schuljahr, kann man sich im Internet bewerben. In unserer nahen Umgebung gibt es zwar nur eine Fairtrade- School (Warendorf), doch dafür sind Telgte, Wadersloh und Ostbevern bereits Fairtrade- Towns. Ahlen erfüllt ebenfalls alle Kriterien, hat sogar mehr Fairtrade- Gastronomien als gefordert, nur konnte noch kein Termin zur Titelvergebung gefunden werden. Wenn du dich jetzt fragst, wie du selbst etwas bewirken kannst um fair trade zu unterstützen, empfehle ich dir:

  1. Dir den 15. – 29. September rot im Kalender anzustreichen, da ist die faire Woche, bei der es oft leckere Probierstände in jeglichen Städten zu finden gibt.
  2. Bei deiner Schule/ Uni nachzufragen, wie es denn mit Fairtrade-Kaffee bei Veranstaltungen seie (unser Bürgermeister schenkt bei Sitzungen bereits nur noch Fairtrade-Kaffee aus, Daumen hoch Herr Dr. Berger!) oder sogar dem Titel Fairtrade- School/ -University.
  3. Die Projektreihe: Wie weit ist Afrika?, die gerade bereits zum 26. Mal stattgefunden hat. Man kann im Zuge der Reihe Filme sehen, Sommerfeste feiern und, was jedes Ahlener Schulkind schon mindestens einmal gemacht hat, mit Nkwabi & Pit trommeln!
  4. Einen Besuch im Weltladen Ahlen, hier finden oft tolle Aktionen statt wie ein Fairtrade- Frühstück!

Zum Schluss noch ein Link zur Fairtrade-Schools Seite, auf der du alle nötigen Informationen findest, die du für eine Bewerbung brauchst!

https://www.fairtrade-schools.de/