Am Donnerstag, 13.06., eröffneten Leiterin Christiane Bussmann und Kurator Stephan Us offiziell das Science-Fiction-Festival im Bürgerzentrum Schuhfabrik. An insgesamt 10 Tagen werden verschiedene Veranstaltungen mit Blick auf Digitalisierung und Zukunft stattfinden.

Bereits seit gut zwei Jahren befindet sich das Bürgerzentrum Schuhfabrik selbst auf dem Weg, digitaler zu werden. Als es nun an die Planung des Festivals ging, konnte vieles von den Mitgliedern des Teams gemacht werden.

Die Veranstaltungen selbst setzen sich mit ganz unterschiedlichen Themen auseinander. So wird beispielsweise die auf Film festgehaltene Performance „Standard Time“ von Mark Formanek während des gesamten Festivals durchlaufen. Dabei sieht man die Uhrzeit, aber auch Menschen, die diese bauen. Bei dem Versuch, jede Minute darzustellen, sind sie ständig dem Scheitern nahe. Da stellt sich doch die Frage, wie wir uns in der Zukunft mit der eigenen Zeit beschäftigen werden …

Passend zur zweiten Ahlener Fridays-For-Future Demonstration am 14.06. bewegt sich das Hamburger Künstler-Duo Scheibe & Güntzel mit ihrer künstlerisch-digitalen Intervention „Grünkohl statt Braunkohle“ durch die Innenstadt Ahlens. Die Inspiration dazu bekamen sie durch einige Schilder mit ebenjener Aufschrift, die bei Fridays-For-Future Demos zu sehen waren.

Neue Perspektiven zeigt „A Wall is a Screen“. Sie projizieren Kurzfilme an Wände, Mauern und Fassaden, die vielleicht einen neuen Blick auf Orte in Ahlen werfen, die so noch nicht im Fokus standen. Das lädt ein, mal darüber nachzudenken, wie die Zukunft gestaltet werden kann.

Ab Samstag, 15.06., wird in etage eins die Kofferausstellung „Zukunftsreise zu sehen sein. Künstler aus ganz Deutschland haben hierfür Koffer gestaltet. Doch wie wird wohl das Reisen in der Zukunft aussehen? Oder die Reise in die Zukunft?

Allgegenwärtig ist für uns alle die Musik. Till Kniola wird in einem Vortag darauf eingehen, wie wohl die Musik von morgen oder übermorgen klingen könnte. Dazu wird er anschließend auch selbst als DJ neue und experimentelle Musik erklingen lassen.

Ein großer Bestandteil der kulturellen Angebote sind Museen. Doch was ist, wenn in der Zukunft alles digitalisiert ist und nichts mehr wirklich zu bestaunen ist? Damit setzt sich die Ausstellung „Apokalypse Münsterland“ auseinander. In 28 Museen konnten die Besucher abstimmen, welches Exponat sie in die Zukunft schicken wollen. Diese digital inszenierten Ausstellungsstücke werden ab dem Sommer durch die Region touren, in der Schuhfabrik gibt es aber schon jetzt einen Preview.

Künstliche Intelligenz wird immer präsenter und weiter erforscht. Doch was kann sie aktuell schon und was nicht? Darüber wird Dr. Manuela Lenzen berichten, abseits von unseren utopischen oder dystopischen Vorstellungen.

Science-Fiction ist ein westliches Phänomen? Falsch! Auch in Afrika setzen sich die Menschen mit dem Thema auseinander, jedoch haben sie einen völlig anderen ästhetischen Blick darauf. Mit einem Kurzfilmprogramm zeigt das Bürgerzentrum Schuhfabrik, wie Science-Fiction in der afrikanischen Filmszene verarbeitet wird.

Ein Land, welches ganz weit vorne liegt bei der Digitalisierung, sind die Niederlande. Dort kommt auch der Künstler für die letzte Veranstaltung her, und er kommt nicht alleine. Im Gepäck hat Gijs van Bon seinen Roboter Skryf. Dieser wird durch die Innenstadt fahren und mit Sand Wörter schreiben. Für eine kurze Zeit bildet etwas so Banales wie Sand die Magie der Wörter ab, doch Wind und Wetter lassen es wieder vergehen.

Neben diesen (und noch einigen weiteren Veranstaltungen) gibt es auch einige Aktionen im Festivalzentrum in der Schuhfabrik selbst. Es kann eine VR-Brille ausprobiert werden, ein 3D-Drucker in Aktion ist zu bestaunen und ein großer Zeitstrahl zur Digitalisierung lädt ein, mal zurückzudenken, wie jung (oder alt) manches ist.

Alle Veranstaltungen des Festivals findet ihr unter https://www.schuhfabrik-ahlen.de/veranstaltungen/.