Wie viel Digitalisierung in der Schule ist notwendig? Damit in diese Entscheidungen künftig auch Jugendliche miteinbezogen werden, wurde nun die zweite Runde des Projektes ,,Ahlen neu denken!” eingeläutet.

26.04.2018 – Das was Jugendliche wollen und was die Politiker denken was Jugendliche wollen, dazwischen liegen oft Meilen. Ein Entwicklungsprozess mit und für Ahlener Jugendliche im Rathaus am heutigen Donnerstag soll dem Abhilfe schaffen. Die Moderatorinnen Selma Brand und Marina Bänke leiteten die ca. 30 Anwesenden aus allen Bereichen (Jugendliche, Sozialarbeiter, Mitarbeiter diverser Jugendeinrichtungen, Lehrer, IT-Experten etc.) dabei locker und koordiniert durch das Programm, denn es galt einen straffen Zeitplan einzuhalten.

Bereits zu Beginn wurde die Bedeutsamkeit des Themas deutlich als eine kleine Jugendgruppe ihr selbstentwickeltes Mitmachprojekt zur Stadt Ahlen vorstellten. Es handelt sich um Bilder, die die 14-jährigen selbst gemalt haben. Diese zeigen ihre Vorstellung bestimmter Gebäude in Ahlen wie zum Beispiel dem Rathaus selbst. Nun konnte jeder seine Meinung zu den, auf dem Bild vorgenommenen Veränderungen, auf Tafeln festhalten. Alle Kunstwerke werden später auch in der Sekundarschule aushängen.

Unser Bürgermeister, Dr. Alexander Berger eröffnete die Verastaltung, wobei er auch insbesondere den teilnehmenden Jugendlichen dankte. Anschließend gab es einen Rückblick auf das, was seit der letzten Sitzung (auch dazu haben wir einen Artikel geschrieben) sich wirklich geändert hat. Dabei wurde vor allem deutlich, dass Maßnahmen wie die Digitalisierung sich in die Länge ziehen und sehr planungsaufwändig sind. Noch geschieht alles organisatorische wie der Einkauf von Kabeln und Baggern per Ebay (Vorsicht Ironie) eher verborgen im Inneren des Rathauses. Erst dann geht es an die Verlegung der Kabel an den Schulen um auch dort schnelles Internet zu haben. Was man damit alles machen könnte… Online-Stundenpläne, Push-Up Benachrichtigungen am Morgen wenn die ersten Stunden ausfallen, es gibt viele Ideen und vor allem viele Leute, die diese gerne annehmen!

Weiter ging es mit dem eigentlichen Thema. Im Unterschied zum letzten Mal ging es heute nicht um die Planung und Umsetzung von Ideen. Im Vordergrund stand ganz klar die Frage: Wie können wir Ahlener Jugendliche erreichen und vor Allem zum Mitbestimmen zu bewegen.

Um diese Beteiligungsprozesse zu planen konnten sich alle Anwesenden einem Themengebiet zuordnen und in diesem dann mit mindestens einem “Experten” zu vertiefen. Zur Auswahl gab es das Thema Stadtentwicklung, wo es darum ging, Jugendliche in die Planung von Spielplätzen und Aktionsflächen mit einzubeziehen, und das Thema Gesundheit, das Jugendliche nach ihrer Ansicht zur Pflege des seelischen Wohlbefindens befragte sowie die Freizeit, die sich damit befasste, wer in Jugendzentren Aktionen mitgestaltet. Wir, die Jugendredaktion, haben im Bereich der Stadtentwicklung gearbeitet und nachgedacht.

Nach Ende der intensiven Planung mussten nur noch die Ergebnisse, welche zuvor auf bunten Plakaten festgehalten wurden, dem Rest der Gruppe vorgestellt werden. Es gab einige Gemeinsamkeiten der Arbeitsgruppen. Auf allen Plakaten fand man die Schule als Vermittler und Ansprechort, da (theoretisch) alle Jugendlichen einen Großteil ihrer Zeit hier verbringen. Außerdem spielen soziale Medien bei der Beteiligung eine große Rolle, vor allem Instagram kann dabei helfen. Allerdings muss man auch an diejenigen, die keinen Account bei sozialen Medien oder kein Internet haben berücksichtigen. Zum Beispiel kann man bei der Planung neuer Spielplätze und Aktionsflächen die Anwesenden direkt vor Ort nach ihrer Meinung fragen oder aber in Ahlener Jugendzentren auf verschiedene Prozesse aufmerksam machen.

Es gab sogar weiter ausgereifte Pläne vor allem in dem von uns bearbeiteten Bereich. Unser Fokus lag vor allem auf der Beteiligung bei der Gestaltung von Spielplätzen und einem Skatepark. Vor allem bei Spielplätzen bietet sich unserer Meinung nach ein Baukastenprinzip an (Man kennt das Budget und die Kosten einzelner Elemente und kann sich seinen “perfekten” Spielplatz selbst online bauen) bei dem zum Schluss jeder, der sich betroffen fühlt über Vorschläge abstimmen kann. Bei der Planung eines Skateplatzes kamen wir auf die Idee, einen zweitägigen Workshop zu veranstalten, an dem Experten und alle Interessierten gemeinsam ihren Wunsch verwirklichen können.

All diese Vorschläge wird Marina Bänke in der kommenden Zeit bearbeiten. Hoffentlich können sich bald mehr Jugendliche an Prozessen beteiligen, die uns alle betreffen. Dabei ist im Grunde nur eine Sache: WIR! Lasst uns gemeinsam Ahlen zu einem jugendfreundlichen Ort machen indem man gerne seine Freizeit verbring. Oder mit Dr. Alexander Bergers Worten: ,,Aus dem man nicht direkt mit 18 auswandert”.